Ein Kundenwunsch mit viel Herz und handwerklicher Herausforderung: Aus einer „alten“ Perlenkette sollten neue Lieblingsstücke entstehen – darunter zwei handgefertigte Bauchnabelpiercings aus Silber und Chirurgenstahl. In diesem Beitrag nehme ich dich mit hinter die Kulissen meines Prozesses, von der Materialwahl bis zum fertigen Schmuckstück.

1. Ein Wunsch – drei Schmuckstücke
Vor kurzem kam eine neue Kundin mit einer wunderschönen, aber leider defekten Kette aus hellblauen Perlen zu mir ins Atelier. Diese Perlenkette hat Geschichte, sie wurde ihrer Mutter von Ihrem Vater vor vielen, vielen Jahren geschenkt. Handgemacht von unserem bekannten Juwelier Möller aus Berlin Lichterfelde. Aus dieser Perlenkette wünschte sie sich schlichte Ohrstecker aus Silber für sich selbst – und zwei Bauchnabelpiercings für ihre Töchter. Alles sollte möglichst aus Silber gefertigt sein, schlicht, hochwertig und individuell. Es sollte etwas besonderes und neues entstehen, aus ihrer alten und defekten Perlenkette.
Tatsächlich war das mein erstes Bauchnabelpiercing-Projekt – und wie bei allem, was ich zum ersten Mal mache, habe ich mich zuerst ausführlich eingelesen und informiert: über Materialien, Größen, Gewindearten und alles, was bei Bauchnabelpiercings im Körperkontakt zu beachten ist. Ich habe mir von einer Freundin Muster mitbringen lassen und viele Freundinnen befragt, die selber ein Bauchnabelpiercing haben. Denn: ich habe keins.
2. Warum kein Silber für die Piercing-Banane?
Schnell wurde klar: Die sogenannte „Banane“ des Piercings, also das gebogene Stäbchen zwischen den beiden Endstücken, darf auf keinen Fall aus Silber bestehen. Zu groß wäre das Risiko für Hautreizungen und Materialprobleme. Immer wieder stieß ich auf den Hinweis, dass Chirurgenstahl das Mittel der Wahl ist – auch ein befreundeter Goldschmied bestätigte mir das. Auf keinen Fall Bauchnabelpiercings aus Silber, sagte er. Viele Kundinnen denken, sie kaufen im Internet Piercing Schmuck aus Silber, dabei ist der zu 95 % aus Chirurgenstahl oder Titan, die echt silbernen Elemente werden angelötet.
Nach Rücksprache mit meiner Kundin, die mir bestätigte, dass bisher keine Hautreaktionen aufgetreten waren (auch nicht bei Außengewinden), entschied ich mich, vorgefertigte Piercing-Bananen aus deutschem Chirurgenstahl mit Außengewinde zu verwenden. Diese habe ich im Fachgroßhandel gekauft, der in Deutschland herstellt – inklusive Verschlusskugeln.

3. Recherche, Materialwahl und handwerkliche Sorgfalt
In meiner Werkstatt kann ich Chirurgenstahl nicht direkt bearbeiten, aber ich wollte natürlich dennoch eine handgemachte, individuelle Silberfassung gestalten. Also habe ich mich noch einmal tiefer ins Thema eingelötet – wortwörtlich: Denn das Anlöten von Silber an Edelstahl ist nicht ganz einfach. Man benötigt ein spezielles Silberlot und ein besonderes Flussmittel, damit das Edelstahl nicht ausbläut oder an Glanz verliert. Nach einigen Tests und viel Recherche konnte ich die passenden Materialien finden und mit dem Löten beginnen. Dies klappte erstaunlicherweise von Anfang an sehr gut.

4. Von schlicht bis verspielt: Drei Designs, drei Persönlichkeiten
Entstanden sind drei sehr unterschiedliche Bauchnabelpiercings – von schlicht-elegant bis verspielt mit blumigen Elementen. Alle Silberteile habe ich sorgfältig nachbearbeitet und die kleinen Fugen mit Epoxidharz verschlossen, damit keine Bakterien eindringen können – wichtig für eine gute Hautverträglichkeit und langanhaltende Freude am Schmuck. Meine Kundin kann sich nun zwei der drei Piercings aussuchen, wenn sie möchte auch alle drei nehmen. Ursprünglich war das dritte als Übungsstück gedacht. Aber da das Löten und Verarbeiten der beiden unterschiedlichen Materialien so gut funktioniert hat, sind nun drei wunderbare Piercings entstanden.



5. Aus alt mach neu: Ohrstecker mit Erinnerungswert
Die Ohrstecker für die Kundin habe ich wie gewohnt schlicht aus Silber gefertigt – mit je einer der hellblauen Perlen aus ihrer alten Kette. So ist ein kleines Erinnerungsstück ihrer Halskette geblieben, das jetzt in neuem Glanz erstrahlt. Hoffentlich mit ihr um die Wette.

6. Fazit: Kundenschmuck mit Herz, Hand und Köpfchen
Ich liebe solche besonderen Aufträge – sie fordern mich heraus, lassen mich Neues lernen und führen oft zu Ergebnissen, die ich vorher so nie geplant hätte. Und das ist es, was für mich echte Schmuckkunst und das design ausmacht ausmacht. Außerdem habe ich durch das viele lesen und informieren wieder etwas neues dazugelernt, nämlich wie die Herstellung von Piercing-Schmuck funktioniert und das Verarbeiten zweier völlig unterschiedlicher Materialien.
Hast Du einen besonderen Schmuck-Wunsch?
Melde Dich gern bei mir über das Kontaktformular, per WhatsApp +491794495541 oder E-Mail info@evelynsdottir.de. Du kannst mich auch gern in unserem Laden besuchen, Du findest mich im Gardeschützenweg 90 in 12203 Berlin, zusammen mit Lady Loves Shoes. Tanzschuhe Berlin
Wie Du siehst ist bei mir fast nichts unmöglich,
herzlichst,
Alexandra von evelynsdottir